Kriterien für die Beitragshöhe von KFZ Versicherungen

Wie setzt sich die Beitragshöhe für KFZ Versicherungen zusammen?

Wer sich bei einem Vergleichsportal wie Verivox oder Check24 über Kfz-Versicherungen informiert oder direkt eine Anfrage bei einem Versicherungsunternehmen macht, stellt schnell fest, dass sehr viele Angaben gemacht werden müssen. Es gibt zahlreiche Faktoren, die die Beitragshöhe beeinflussen.

Falsche Angaben führen im besten Fall nur zu einer Nachzahlung, sie können aber auch eine Vertragsstrafe nach sich ziehen und gegebenenfalls sogar den Verlust des Versicherungsschutzes. Die Angaben sollten daher so genau und so ehrlich wie möglich gemacht werden, damit der Versicherungsschutz im Falle eines Unfalls auch tatsächlich gegeben ist.

Kriterien zur Bestimmung der Beitragshöhe der KFZ Versicherung

Die jeweilige Beitragshöhe hängt von einer Reihe von Faktoren ab, die sich auf die KFZ Historie, die Person des Antragstellers und der Art der Antragstellung abhängt. Nachfolgend die wichtigsten Kriterien, die Einfluss auf die Beiträgshöhe der KFZ Versicherungen haben.

Online-Rabatt

Der Abschluss einer Kfz-Versicherung im Internet wird von den meisten Versicherungsunternehmen honoriert, indem die Versicherungsbeiträge gesenkt werden. Hierdurch entstehen dem Versicherungsunternehmen weniger Kosten für Verwaltung und Kundenservice.

Typklasse des Fahrzeugs

Zunächst muss das Fahrzeug ermittelt werden. Dies kann entweder durch Angabe von Marke und Modell oder anhand der Herstellernummer erfolgen. Das Fahrzeug muss eindeutig bestimmt werden können, das heißt, auch die Kraftstoffart oder die Leistung werden abgefragt. Daraus ergibt sich dann das Baujahr und die genaue Bezeichnung des Fahrzeugs.

Die Versicherungen arbeiten mit Unfallstatistiken. So hat sich beispielsweise ergeben, dass mit älteren Fahrzeugen mehr Unfälle verursacht werden. Das ist darauf zurückzuführen, dass ältere, günstige Autos häufig von jüngeren Menschen und/oder von Fahranfängern gefahren werden. Statistisch gesehen machen Fahranfänger mehr Fehler als erfahrene Fahrer. Diese Daten fließen in die Beitragshöhe mit ein.

Regionalklasse des Versicherungsnehmers

Bei den einzelnen Versicherungsarten gibt es diverse Regionalklassen, die den Preis für die Versicherung beeinflussen. In Regionen, in denen ein hohes Verkehrsaufkommen herrscht, liegt das Unfallrisiko entsprechend höher. Das ist für den Versicherungsnehmer teurer. In kleineren, ländlichen Regionen ist die Versicherung dagegen günstiger.

Geburtsdatum des Versicherungsnehmers

Wie bereits erwähnt, haben jüngere Menschen und/oder Fahranfänger ein höheres Unfallsrisiko. Diese Personengruppen müssen also einen höheren Versicherungsbeitrag leisten. Es richtet sich aber nicht nur nach dem Geburtsdatum sondern auch nach der Zeit, für die man . Auch ältere Menschen müssen etwas mehr bezahlen, wenn sie ihren Führerschein noch nicht so lange haben.

Familienstand des Versicherungsnehmers

Hintergrund für die Angabe des Familienstandes ist wieder die Unfallstatistik.Laut Unfallstatistik nämlich sind Verheiratete oder Menschen in eheähnlichen Gemeinschaften seltener in Unfälle verwickelt und fahren vorsichtiger. Dies wirkt sich positiv auf die Beitragshöhe aus. Laut Statistik fahren die Autofahrer vorsichtiger, die mit minderjährigen Kindern zusammenleben. Dies wird ebenfalls bei der Beitragshöhe berücksichtigt.

Fahrhistorie des Versicherungsnehmers

Von Bedeutung ist ebenfalls, ob der Versicherungsnehmer bereits Punkte in Flensburg hat. Wer schon mehrere Einträge im Verkehrszentralregister gesammelt hat, wird als „gefährlicherer“ Fahrer eingestuft. Die Versicherung ist dann entsprechend teurer, als bei Personen, die noch keine Einträge haben.

Bestimmte Berufsgruppen mit Rabatten

Viele Versicherungsunternehmen geben einen Rabatt auf bestimmte Berufsgruppen. Je nach Berufsgruppe wird der Versicherungsnehmer einer Tarifgruppe zugeteilt. Die verschiedenen Tarifgruppen, die Ermäßigungen erhalten, sind:

  • Tarifgruppe A: Landwirte
  • Tarifgruppe B: Mitarbeiter im öffentlichen Dienst
  • Tarifgruppe D: Angestellte und Freiberufler, die für bestimmte Unternehmen tätig sind, die früher in staatlicher Hand waren, dann aber privatisiert wurden
  • Tarifgruppe L: Beamte
  • Tarifgruppe V: Angestellte der Versicherungsbranche

Je nach Beruf kann sich also eine unterschiedliche Beitragshöhe für die Kfz-Versicherung ergeben. Rabatte sind ebenfalls denkbar bei bestimmten Branchen oder Arbeitsweisen. Hier wird meist nach Innen- oder Außendienst gefragt. Wer für bestimmte Arbeitgeber tätig ist, erhält ebenfalls einen Rabatt.

Jährliche Fahrleistung

Vielfahrer, die pro Jahr mehr als 20.000 km fahren, bezahlen eine höhere Versicherungsprämie als Wenigfahrer mit einer jährlichen Fahrleistung von ca. 6.000 km. Grund dafür ist wieder die Unfallstatistik. Wer viel fährt, hat ein größeres Unfallrisiko.

Gewerbliche Nutzung

Wird das Fahrzeug auch gewerblich genutzt, muss das unbedingt angegeben werden. Es gibt einige Versicherungsunternehmen, die nur privat genutzte Fahrzeuge versichern. Eine gewerbliche Nutzung wird bei vielen Versicherern höhere Prämien verursachen, weil auch hier die Fahrleistung in der Regel höher ist als bei einem rein privaten Gebrauch.

Zusätzliche Fahrer

Wer das Fahrzeug nicht nur alleine nutzt, sondern weitere Fahrer angibt, zahlt einen höheren Versicherungsbeitrag als ein alleiniger Fahrer, da das Unfallrisiko mit jedem weiteren Fahrer steigt.

Art des Versicherungsschutzes

Natürlich sind die unterschiedlichen Versicherungsarten eines KFZ unterschiedlich. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die Teilkaskoversicherung teurer ist als die reine Haftpflichtversicherung. Die Vollkaskoversicherung wiederum ist teurer als die Teilkaskoversicherung.

Selbstbeteiligung

Wer sich im Schadenfall mit einem festen Betrag an den Kosten beteiligt, zahlt eine günstigere Versicherungsprämie. Die Höhe der Selbstbeteiligung kann zwischen 150 Euro und 2.500 Euro liegen und wirkt sich entsprechend auf die Beitragshöhe aus, weil das Versicherungsunternehmen so nicht den ganzen Schaden alleine abdecken muss.

Schadenfreiheitsklasse

Die Schadenfreiheitsklasse gibt an, wie viele Jahre der Versicherungsnehmer schadenfrei geblieben ist, also keine Versicherungsleistung in Anspruch nehmen musste. Je höher die Schadenfreiheitsklasse ist, desto höher fällt der Rabatt aus und desto niedriger wird die Beitragshöhe. Wer einen Schaden von seiner Kfz-Versicherung bezahlen lässt, verliert diesen Rabatt bzw. die Schadenfreiheitsklasse.

Treuerabatt für lang bestehende Vorversicherung

Hier kann es gegebenenfalls einen „Treuerabatt“ geben. Versicherungsunternehmen wissen es zu schätzen, wenn ein Versicherungsnehmer einige Jahre bei seinem alten Versicherer geblieben ist. Das bedeutet nämlich, dass dieser Fahrzeughalter wahrscheinlich auch lange beim neuen Versicherungsunternehmen bleiben wird. Diese Treue wird oftmals belohnt. Wer hingegen jährlich seine Kfz-Versicherung und den Anbieter wechselt, darf auf eine solche Ermäßigung nicht hoffen.

Schäden in den letzten Jahren

In der Regel wird auch gefragt, ob in den letzten paar Jahren Schäden verursacht worden sind, die von der Vorversicherung übernommen wurden. Versicherungsunternehmen gehen davon aus, dass ein Versicherungsnehmer, der bereits in der Vergangenheit Schäden hat regulieren lassen, auch in Zukunft Versicherungsleistungen in Anspruch nehmen wird. Die Beitragshöhe wird sodann entsprechend höher angesetzt.

Parkort des Fahrzeugs in den Nächten

Wo das Fahrzeug nachts steht, ist ebenfalls von Bedeutung, denn auch hier ergeben sich Beitragsunterschiede. Ein Fahrzeug, das nachts in einer Garage untergestellt wird, ist sicherer als eines, das am Straßenrand geparkt wird.

Zahlweise der Beiträge

Wer sich für eine jährliche Zahlweise entscheidet, spart eine Menge Geld. Zur Auswahl stehen bei den meisten Versicherungsunternehmen noch die halb- und die vierteljährliche Zahlweise, wobei die Versicherungsunternehmen in beiden Fällen Aufschläge verlangen und die Jahresprämie so für den Versicherungsnehmer teurer wird. Eine monatliche Leistung der Versicherungsbeiträge bieten viele Versicherer nicht an.

Werkstattbindung vs. freie Werkstattwahl

Ein Versicherungsnehmer hat grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Zum einen kann er vereinbaren, dass er die freie Wahl zwischen den Werkstätten haben möchte. Zum anderen könnte er aber auf diese freie Wahl verzichten und sich an bestimmte Werkstätten binden, die von dem Versicherungsunternehmen vorgegeben werden. Wer auf die freie Werkstattwahl verzichtet, erhält bis zu 20 % Rabatt auf die Versicherungsprämie.

Wohneigentum

Immobilieneigentümer erhalten Vergünstigungen, wenn sie ihr Eigentum selbst nutzen. Wer Eigentümer einer Immobilie ist, diese aber vermietet, erhält keinen Nachlass auf die Versicherungsprämie.

Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln

Wer eine Jahreskarte für öffentliche Verkehrsmittel besitzt, wird diese in der Regel auch regelmäßig benutzen, was dazu führt, dass das Fahrzeug in dieser Zeit nicht gefahren wird. Wie bei der jährlichen Fahrleistung bereits erwähnt, steigt das Unfallrisiko, je mehr man mit dem Auto unterwegs ist. Viele Versicherungsunternehmen honorieren daher, wenn der Versicherungsnehmer auch hin und wieder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fährt.

Mitgliedschaft in Automobilclub

Mitglieder in Automobilclubs erhalten oft Vergünstigungen. Da die Pannenhilfe dadurch von einem anderen Anbieter geleistet wird, sparen sich die Versicherungsunternehmen in diesen Fällen den Schutzbrief und die dazugehörigen Leistungen.

Fahrsicherheitstraining

Versicherungsnehmer, die ein Fahrsicherheitstraining absolviert haben, bezahlen bei vielen Versicherungsunternehmen ebenfalls einen niedrigeren Beitragssatz.